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Studientag am 29. Oktober 2011 |
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Mit Taten Zeugnis geben
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Soziale Dienste der Kirche erreichen jährlich 250.000 Menschen
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Bericht zum ersten gemeinsamer Studientag von Priesterrat, Diözesanpastoralrat und Diözesankomitee zum Thema "Caritas"
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REGENSBURG. Petra ist seit sieben Jahren allein mit ihrem Sohn. Der Vater des Kindes hat sich schon vor der Geburt vor der
Verantwortung gedrückt. Für Mutter und Kind war es zunächst eine schwere Zeit. Job, Kind und Privatleben jeden Tag unter einen
Hut zu bringen, kostet Kraft. Es gab einige Momente, wo Petra nicht mehr wusste, wie es weitergeht. Mittlerweile kommen beide
über die Runden. Auch, weil sie in ihrer Pfarrei einen Platz gefunden haben, wo sie sich mit anderen Alleinerziehenden und
deren Kinder regelmäßig treffen können. Sie unterstützen sich gegenseitig oder organisieren schon mal gemeinsam einen Ausflug
in einen Freizeitpark. "Wir sind von Anfang an gut in der Pfarrgemeinde aufgenommen worden, den Pfarrsaal haben wir für unsere
Treffen sofort bekommen", sagt Petra dankbar.
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Auch für Dieter ist die Pfarrgemeinde ein Ort, wo er sich willkommen fühlt. Vor fünf Jahren hatte er einen schweren Unfall,
seither ist er an einen Rollstuhl gefesselt. Regelmäßig trifft sich zum Beispiel in Vilsbiburg der Kreis für Menschen mit
Behinderung. Fast 15 Familien verbringen dann gemeinsame Stunden, tauschen sich über die Probleme im Alltag aus und stärken
sich gegenseitig. "Ziel der Arbeit dieses Kreises ist, Menschen mit Behinderungen zu signalisieren, dass Wert und Würde des
Menschen nicht in Eigenschaften wie Gesundheit, Alter oder Geschlecht liegen, sondern im Menschsein überhaupt. Deshalb haben
wir Menschen mit Behinderungen einen wirklichen Platz in der Mitte unserer Pfarrei geschaffen", sagt Martha Berger, Leiterin
des Treffs in Vilsbiburg. Dieter meint dazu: "Die Leute hier sind einfach wunderbar und gehen unbefangen auf uns zu. Der Treff
ist für mich zu einer Art Familie geworden."
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Caritas, das Gesicht der Kirche
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Nur zwei Beispiele von vielen, die zeigen, wie arm die Gesellschaft ohne das soziale Angebot der Kirche und ihrer Pfarrgemeinden
wäre. "Mit Taten Zeugnis geben." So lautete die Überschrift des ersten gemeinsamen Studientags von Priesterrat, Diözesankomitee
und Diözesanpastoralrat in der Diözese Regensburg. Der Tag war ein wichtiger Baustein im Rahmen der Bistumsinitiative "Erneuerung
in Christus - Unser Weg". "Für alle Formen der Not bietet die Kirche Zuwendung und Hilfe", sagte Bischof Gerhard Ludwig. "Die
Zuwendung zum Nächsten gehört zum Wesen der Kirche und ist ihre ureigene Aufgabe", sagte der Bischof. Kirche erneuere sich
immer im Blick auf die Menschen und ihre Sorgen von innen heraus. Am ehrlichen und guten Wirken für die Menschen entscheide
sich unser Schicksal. "Durch Caritas geben wir der Kirche ein Gesicht", sagte der Bischof. Er ermunterte dazu, noch mehr mit
dem Herzen zu hören und die Not vor der Pfarrhaustür zu erkennen. "Auch das soziale Engagement von uns Christen ist es, was
uns gegenüber Außenstehenden glaubwürdig macht. Oft finden Menschen durch empfangene Hilfe einen neuen Zugang zu Glaube und
Kirche." Der Regensburger Bischof startete deshalb bereits im Jahr 2005 die "Initiative Gemeindecaritas". Vieles kann leichter
und schneller getan werden, wenn sich Pfarrei und Caritasverband noch stärker miteinander vernetzten und mehr voneinander
wissen. Das Feld der tätigen Nächstenliebe in der Pfarrei ist zu komplex, als dass es von einer Gruppe allein bestellt werden
könnte. Die tätige Nächstenliebe als Ausweis der Christen wird in Zukunft noch notwendiger werden. Gerade die Kirche sei es
ja, die zu entscheidenden ethischen Fragen eindeutig Stellung beziehe. Nicht Resignation sei deshalb angesagt, sondern im
guten Sinn selbstbewusst nach vorne zu gehen, so der Bischof.
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Caritas - Professionelle Dienste in großer Vielfalt
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Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Piendl informierte über die Arbeit der Caritasverbände in der Diözese Regensburg. Caritas
im Bistum Regensburg, das heißt heute: über 900 sozial-caritative Einrichtungen mit mehr als 15.000 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern. Von der Hilfe für Obdachlose, über die Betreuung von alten und pflegebedürftigen Menschen mit und ohne Behinderung
bis hin zur modernen Hochleistungsmedizin im Krankenhaus: Die Caritas erreicht im Bistum Regensburg allein durch ihr Angebot
jährlich mehr als 250.000 Menschen. Egal, mit welchem Problem die Menschen zur Caritas kommen, die Tür steht allen offen,
unabhängig von Konfession oder Herkunft. Sie helfen in kirchlichen Krankenhäusern und Altenheimen, in Kindergärten, Kinderhorten
und Kinderkrippen, in Einrichtungen für Familien oder Menschen mit Behinderung, in Wohngruppen, Wohnheimen oder Einrichtungen
für Suchtkranke oder psychisch Kranke. Aus ihrem Selbstverständnis heraus will die Caritas auch Anwalt für sozial Benachteiligte
sein. Sie fördert das soziale Bewusstsein der Bevölkerung, nimmt Stellung zu aktuellen sozialpolitischen Fragen und bringt
dabei die Argumente und Interessen derer zu Wort, die keine direkte Lobby in der Gesellschaft haben. Piendl betonte: "Umfragen
bestätigen immer wieder, dass gerade die Caritas in der Bevölkerung großes Vertrauen genießt."
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Sechs Vorzeige-Projekte aus Pfarreien
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Caritas heißt aber auch zahlreiche ehrenamtliche Tätigkeiten in den Pfarrgemeinden. Ehrenamtliche sind dort häufig unmittelbarer
Ansprechpartner für Menschen, die Rat und Hilfe brauchen. Die Kirche kann sich immer noch auf ein großes Potential stützen.
In fast allen Pfarrgemeinden gibt es Menschen, die sich für hilfebedürftige Menschen engagieren. Die im Verband organisierte
Caritas und die Pfarrcaritas wollen zukünftig noch enger zusammenrücken. Sechs Vorzeigebeispiele gelungener Caritasarbeit
in der Pfarrei wurden beim Studientag vorgestellt. Dabei handelte sich um folgende:
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- Treff für Menschen mit Behinderung (Vilsbiburg), - Nachbarschaftsnetz (Herz Jesu Regensburg), - Gemeinsames Essen für Alleinstehende und Arme (St. Paul Regensburg), - Kindern Lernen helfen Hausaufgabenbetreuung (St. Michael Neutraubling), - Treffpunkt Alleinerziehende (St. Georg Obertraubling), - Für ein Leben zuhause im Alter: Seniorenbegleiter (Regensburg).
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Zusatz-Infos:
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Bistumsinitiative "Erneuerung in Christus - unser Weg". Unter diesem Leitwort steht die Initiative des Bistums Regensburg, mit der sich die
Kirche in den kommenden Jahren stärken will für ihre Aufgaben in einem sich verweltlichendem Umfeld. Neben der Seelsorge und
der Weitergabe des Glaubens ist die Hinwendung zum Nächsten die dritte Säule kirchlicher Erneuerung. Bischof Gerhard Ludwig
Müller sagt: "Jeder soll in der Kirche den offenen Armen eines Menschen begegnen und die Liebe Gottes zu den Menschen spüren."
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Priesterrat Der Priesterrat repräsentiert die kollegiale Gemeinschaft der Priester und unterstützt den Bischof bei der Leitung der Diözese.
Die 71 gewählten Mitglieder setzen sich zusammen aus den gewählten Dekanen (bzw. ihren Vertretern), aus dem Domkapitel und
den gewählten Vertretern der Institutionen im Bistum. Der Bischof beruft den Priesterrat ein und steht ihm vor. Der Priesterrat
ist ein beratendes Organ. Sprecher des Priesterrats ist derzeit der Regensburger Stadtdekan Alois Möstl.
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Diözesanpastoralrat Der Diözesanpastoralrat soll unter der Autorität des Diözesanbischofs alles, was die seelsorgliche Tätigkeit in der Diözese
betrifft, untersuchen, beraten und hierzu praktische Folgerungen vorschlagen.
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Diözesankomitee Das Diözesankomitee ist der vom Diözesanbischof anerkannte Katholikenrat im Sinne des Konzilsdekrets über das Apostolat der
Laien (Art. 26). Das Komitee koordiniert die Arbeit der Katholischen Verbände und Geistlichen Gemeinschaften, die je einen
Vertreter in dieses Gremium entsenden. Im Diözesankomitee des Bistums Regensburg sind alle kirchlich anerkannten und auf Diözesanebene
bestehenden Katholischen Verbände und Geistlichen Gemeinschaften vereint. Sie unterstützen die apostolische Tätigkeit der
Kirche unter Wahrung ihrer Eigenart und Eigenständigkeit. Das Diözesankomitee berät über dazu erforderliche gemeinsame Schritte,
fasst Beschlüsse und führt diese selbständig durch, all dies im Einvernehmen mit dem Diözesanbischof.
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Dokumentation zum Studientag
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Hier können Sie sich die Dokumentation zum Studientag Gemeindecaritas ansehen und sie sich herunterladen (32 Seiten, pdf-Datei
mit 6,8 MB).
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