Altenhilfekongress 2016

Wohin pflegen wir?

Das Alter ist unsere Zukunft

Mehr als 400 Besucher kamen zum Altenhilfekongress 2016Mehr als 400 Besucher kamen zum Altenhilfekongress 2016Burcom, Regensburg

Mehr als 400 Besucher sind kürzlich auf Einladung des Diözesan-Caritasverbandes zum Altenhilfekongress ins Kolpinghaus nach Regensburg gekommen. Der 11. Caritas-Kongress bekam inhaltlich ein neues Konzept: Nach dem Impulsvortrag von Professor Heribert Prantl hatten die Teilnehmer Gelegenheit, in sieben verschiedenen Fachforen ihr Wissen und Können auf dem Gebiet der Altenhilfe zu erweitern und mit Experten ins Gespräch zu kommen. Daneben nutzen die Kongressteilnehmer aber auch die Gelegenheit, Kontakte zu pflegen oder sich auf der begleitenden Fachmesse über Marktneuheiten zu informieren.

 

Dompropst Dr. Wilhelm GegenfurtnerDompropst Dr. Wilhelm GegenfurtnerBurcom, Regensburg

Pflege ist Thema der Zukunft

Dompropst Dr. Wilhelm Gegenfurtner, Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes, eröffnete den Kongress mit den Worten: "Nur wer bereit ist, sich für die Zukunft zu rüsten, kann dauerhaft nah am Menschen bleiben". Mit dieser Aussage unterstrich er, wie notwendig es für eine humane und sozial gerechte Gesellschaft sei, sich um die Versorgung ihrer alten und kranken Menschen zu kümmern. Laut Statistischem Bundesamt wird in Deutschland bis zum Jahr 2050 die Zahl der über 60-Jährigen auf nahezu 40 Prozent der Bevölkerung ansteigen. Diese Verschiebung des Altersgefüges verändere auch das Verhältnis von Pflegebedürftigen zu Pflegenden auf 17:1. Pflege brauche Professionalität. Gute pflegerische Versorgung verlange ein nicht geringes Maß an Qualifikation. "Unserer Gesellschaft muss klar werden, dass steigende Erwartungen und qualifizierte Pflege nicht zum Nulltarif zu haben sind", so Gegenfurtner. In dem Falle, dass jemand Hilfe und Unterstützung braucht, solle er seinem Schicksal nicht allein ausgeliefert sein, sondern durch die pflegerische Fürsorge ein würdevolles Leben in dieser problematischen Lebenslage erhalten.

 

Prof. Dr. Heribert PrantlProf. Dr. Heribert PrantlBurcom, Regensburg

Prantl fordert gerontologischen Imperativ

Im Eröffnungsvortrag forderte Dr. Heribert Prantl für die Gesellschaft den gerontologischen Imperativ: "Pflege deine älteren Menschen so, wie du selbst einmal gepflegt werden willst!" Die Themen "Alter" und "Pflege" würden in einer auf Lifestyle getrimmten Gesellschaft viel zu häufig verdrängt. "Die Menschen haben Angst vor Alter und vor allem vor Demenz", sagte er. Diese Angst gelte es aufzunehmen und mit entsprechenden Angeboten zu reagieren. Es gebe viele gute Heime, aber noch viel zu viele schlechte. Ehrenamtliches Engagement sollte von den hauptberuflichen Kräften noch mehr als Bereicherung gesehen werden. Und auch die Generationen könnten mehr voneinander profitieren und lernen. "Da darf die Stimme der Caritas ruhig noch ein wenig lauter sein. Organisationen wie die Caritas halte ich für unsere Gesellschaft extrem systemrelevant", so Prantl.  

 

 

Schwester Bernhild Schuster, Oberin der Dillinger FranziskanerinnenSchwester Bernhild Schuster, Oberin der Dillinger FranziskanerinnenBurcom, Regensburg

Sieben Fachforen und eine Atempause

Nach dem Hauptvortrag wurden sieben Fachforen angeboten. Es ging um Themen wie "Die Älteren als Vorbild und Helfer, "Palliative Fallbesprechung" "Mit dem Pflegestärkungsgesetz in die Zukunft", "Marketingführung Hauswirtschaft" oder "Personalführung neu gedacht". Im Forum "Kultursensible Pflege" wurde auch die Auswirkung der Flüchtlingsproblematik auf die Pflege thematisiert. Die kulturelle Vielfalt ist in Deutschland längst zur Alltagsrealität auch in der Pflege geworden. Wer sich am Nachmittag eher nach einer ruhigen Minute sehnte, konnte das Angebot der Atempause nutzen. Anne-Marie Mitterhofer von der Hospiz- und Palliativseelsorge des Bistums Regensburg lud dazu die Besucher in die Hauskapelle des Kolpinghauses ein. Einfache Wahrnehmungsübungen, kurze Impulsen sowie Musik und Texte ließen die Interessierten einfach mal zur Ruhe kommen.

 

Sponsoren des Altenhilfekongress 2016Sponsoren des Altenhilfekongress 2016Burcom, Regensburg

Fachmesse mit Ausstellern der Altenhilfebranche

Den ganzen Tag über herrschte auf der begleitenden Fachmesse reges Treiben. Unternehmen, vornehmlich aus der Pflege- und EDV-Branche, präsentierten ihre neuesten Produkte. Die Kongressteilnehmer nahmen es mit großem Interesse an. Seit über zehn Jahren unterstützen folgende Hauptsponsoren diesen Kongress der Caritas: die Software-Unternehmen Löpertz Software GmbH und E+S Unternehmungsberatung für EDV, die Ecclesia Versicherungsdienst GmbH, das Office- und IT-Unternehmen Offits und die Solidaris Treuhand GmbH.

 

Altenhilfekongress 2016 33Canto die CosmoBurcom Regensburg

Für einen musikalischen Höhepunkt sorgte das Regensburger Duo "Canto die Cosmo". Mit einer Vielzahl an verschiedensten Instrument erzeugten die international renommierten Musiker Heinz Grobmeier und Helmut C. Kaiser verschiedene Klangwelten. Heinz Grobmeier konnte sogar Pflege-Utensilien und Gehhilfen wunderbare Töne entlocken.

 

01 Altenhilfekongress Sponsoren 2016