Im Eichstätter Dom feierten die Wallfahrer die Heilige Messe. Josef Kronschnabl
Eine organisatorische Meisterleistung vollbringt die Caritas jedes Jahr in Dingolfing. Die alljährliche Seniorenwallfahrt hat Tradition und wirft viele Monate ihre Schatten voraus. In diesem Jahr ging es mit rund 600 Teilnehmern in zwölf Bussen nach Eichstätt.
Die Wallfahrer kommen aus den verschiedenen Pfarreien des Landkreises Dingolfing-Landau. Bei Ankunft am Eichstätter Residenzplatz standen die Mitarbeiter der Caritas bereits bereit. Sie verteilten eine kleine Stärkung, ehe sie von Dompfarrer Josef Blomenhofer im Dom empfangen wurden. Er erläuterte den Wallfahrern die Kathedrale. Er wies beispielsweise darauf hin, dass der Innenraum vor einigen Jahren für lange Zeit geschlossen war, weil Ausgrabungen im Kirchenschiff gemacht wurden.
Zusammen mit neun weiteren Geistlichen aus dem heimatlichen Landkreis feierte Dekan Eugen Pruszynski im Dom den Wallfahrergottesdienst. In seiner Predigt bezog er sich auf die bekannte Stelle im Paulusbrief an die Galater: "Einer trage des anderen Last." Jeder habe im Leben Lasten in verschiedenen Formen zu tragen, manchmal viele Jahre, manchmal ein ganzes Leben lang. In Gesprächen erfahre er oft von solchen Lasten und empfinde dann Hochachtung, was Menschen da oft aushalten müssen. Doch es gebe auch die andere Erfahrung, dass an einem Tiefpunkt des Lebens ein Mensch zur Stelle sei und helfe. Eine Waage mit zwei Schalen diente ihm als Bild. Da sei die eine Last, die hinunterdrücke, aber auf der anderen Seite auch die Kraft, die ausgleiche. Christus bleibe dabei Mitte und der Halt. "Wir empfangen und können weitergeben, mit ihm tragen wir des anderen Last und erfüllen so sein Gesetz", sagte der Dekan.
Schon früh am Morgen stand das Helfer- und Organisationsteam der Caritas bereit. Heidi Busler/Caritas Dingolfing
Nach der feierlichen Messe wartete auf die Pilger im Festzelt auf dem Eichstätter Volksfest das Mittagessen. Die meisten Teilnehmer legten dorthin einen etwa halbstündigen Spaziergang ein, dann schmeckte das Mittagessen umso besser. Für den musikalischen Hintergrund sorgte dabei die Musikschule Dingolfing mit ihrem Leiter Georg Schwimmbeck.
Ein regelmäßiger und gern gesehener Gast und Wallfahrer ist Heinrich Trapp, der Dingolfinger Landrat. Er hatte sich auch diesmal wieder den ganzen Tag frei genommen, um mit dabei sein zu können. Der Landkreis unterstützt die Fahrt auch finanziell. "Der schönste Arbeitstag des Landrats im Jahr", sagte Trapp in seinem Grußwort. Es sei für ihn jedes Jahr aufs Neue beeindruckend, wie perfekt diese Seniorenwallfahrt von der Caritas organisiert sei. Dafür dankte er vor allem den Verantwortlichen der Caritas-Geschäftsstelle, allen voran den Vorsitzenden Franz Bubenhofer und Reiner Schachtner, dem Geschäftsführer Daniel Schneider und auch den vielen ehrenamtlichen Helfern von Caritas und Rotem Kreuz.
Gegen 13.00 Uhr ging es mit den Bussen weiter durchs Altmühltal nach Riedenburg. Dort warteten bereits drei Schiffe auf die Teilnehmer. Gute vier Stunden ging es auf Altmühl und Donau bis nach Sinzing bei Regensburg. An Bord gab es Kaffee und Kuchen und später auch noch eine Brotzeit. Es blieb viel Zeit, an Deck miteinander ins Gespräch zu kommen oder einfach nur die herrliche Uferlandschaft zu bestaunen. Die Musikanten der Dingolfinger Musikschule sorgten auch da für die passende Stimmung. Gegen 18.00 Uhr legten die Schiffe in Sinzing an. Dort standen dann auch bereits wieder die Busse, die die Wallfahrer wohlbehalten in ihre Heimatorte zurückbrachten.