URL: www.caritas-regensburg.de/pressemitteilungen/bessere-betreuung-von-straffaelligen/1342514/
Stand: 22.05.2018

Gegen Extremismus

Bessere Betreuung von Straffälligen

"Für Straffällige, die im Gefängnis Ausgrenzung erfahren, können die Ideen radikaler Ideologen verlockend sein. Sie bieten ihnen ein Zugehörigkeitsgefühl und ein vermeintlich einfaches Weltbild, mit fatalen Folgen. Wir müssen Radikalisierungstendenzen im Gefängnis schneller und besser erkennen und ihnen präventiv begegnen, um das Abgleiten von Gefangenen zu verhindern", sagt Caritas-Präsident Peter Neher. Ganz wichtig sei, dass man Straffälligen "Brücken zurück in die Gesellschaft" baue.

Gründe einer Radikalisierung verstehen

"Haftanstalten als ein Ort der Stigmatisierten, sind für Radikalisierungsprozesse prädestiniert. Es ist notwendig, die gesellschaftlichen und individuellen Gründe einer Radikalisierung zu verstehen, um handlungsfähig zu sein. Mit unserer Fachwoche wollen wir auf wichtige Ansätze verweisen, um Extremismus wirksam entgegen zu wirken", sagt Lydia Halbhuber-Gassner, Vorstandsvorsitzende der KAGS und zuständige Referentin des Sozialdienst katholischer Frauen auf Landes-und Bundesebene.

Prävention professionell organisieren 

Hassideologien sei nur mit Ehrenamtsengagement nicht entgegenzutreten. Dringend erforderlich sei es, die Prävention von Radikalisierung professionell zu organisieren. Dazu gehöre auch, die verschiedenen Formen von Radikalisierung aufzuzeigen, von der ideologischen und politischen Radikalisierung bis hin zur religiösen. Während der Fachwoche will die KAGS untersuchen, inwiefern Gefängnisse einen Rahmen für empfundene Außenseiterrollen bieten, die eine Radikalisierung im Strafvollzug begünstigen. Neben einer Bestandaufnahme der aktuellen Situation in Deutschland, werden Präventionsmöglichkeiten gegen Radikalisierung, insbesondere im Bereich der Sozialen Arbeit, vorgestellt.