URL: www.caritas-regensburg.de/pressemitteilungen/politik-laedt-beduerftige-zum-austausch-ein/1096079/
Stand: 23.09.2014

Berlin

Armutskonferenz

Politik lädt Bedürftige zum Austausch ein

Die Nationale Armutskonferenz hat vergangene Woche Bedürftige in die Heilig-Kreuz-Kirche geladen. Das 12. Treffen von Menschen mit Armutserfahrung soll eine Möglichkeit zum Austausch bieten. Auch standen Juristen für Fachfragen bereit und einige Bundestagsabgeordnete waren zugegen.

Für die Armutskonferenz – ein Zusammenschluss aus Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege, Gewerkschaftsbund, Fachverbänden und Initiativen – ist eine Beteiligung von Bedürftigen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt entscheidend. Die Gruppe sei nicht sehr gut organisiert und fühle sich von der Politik übergangen, sagt die Sprecherin Barbara Eschen. Aus dem letzten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung gehe hervor, dass politische Entscheidungen sich stark an den Interessen Besserverdienender orientierten, fügt Eschen hinzu.

Die Nationale Armutskonferenz hat daher einige Kernforderungen an die neue Bundesregierung formuliert: Ein ausreichender Regelsatz in der Grundsicherung, mehr sozialer Wohnungsbau, keine Benachteiligung von Alleinerziehenden, weniger prekäre Arbeitsverhältnisse und eine gerechte Kindergrundsicherung. 

Das Armutsrisiko in Deutschland lag nach Angaben des Statistischen Bundesamts im vergangenen Jahr mit 15,7 Prozent auf demselben Stand wie im Vorjahr und damit auf dem höchsten Niveau seit der Wiedervereinigung. Als "armutsgefährdet" gelten Haushalte, in denen sich das Nettoeinkommen auf weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung beläuft. Wie aus den Daten der Statistiker weiter hervorgeht, sind vor allem Erwerbslose sowie Alleinerziehende und deren Kinder armutsgefährdet. Ende 2016 erhielten rund zwei Millionen Jugendliche unter 18 Jahren Hartz-IV-Leistungen.