URL: www.caritas-regensburg.de/pressemitteilungen/wissen-waechst-zusammen/1151890/
Stand: 23.09.2014

Krankenhaus St. Josef

Wissen wächst zusammen

PDL AlterstraumatologieÜber 40 Pflegeleitungskräfte aus Altenheimen und anderen Einrichtungen der Caritas trafen sich zum Wissensaustausch im Krankenhaus St. Josef.Caritas-Krankenhaus St. Josef

Roswitha Maria Strasser, Referentin für stationäre Altenhilfe im Caritasverband und Thomas Gehr, Referent für Pflegeentwicklung und Beratung am Caritas-Krankenhaus St. Josef, organisierten diesen ersten Wissensaustausch. Auch Dr. Robert Seitz, Abteilungsleiter Soziale Einrichtungen im Caritasverband, war die Freude über die vollen Reihen des Konferenzsaals anzumerken, denn so wächst zusammen, was zusammengehört!

Wissen gilt als Ressource und als Wettbewerbsvorteil für jede Organisation. Der Wissenstransfer innerhalb der Einrichtungen der Caritas ist daher wesentlich für die Weiterentwicklung des internen Wissensmanagements. Ein Blick über den Tellerrand ist dem zweifelsfrei dienlich. Denn nur wer weiß und versteht, wie beispielsweise in der Alterstraumatologie des Krankenhauses behandelt, Unterstützung gewährt und Hilfe zur Selbsthilfe geleistet wird, kann diesen Therapieansatz in der Pflegeeinrichtung weiterführen. Gleichermaßen vielschichtig sind die Behandlungsmaßnahmen und Betreuungsangebote für ältere Patienten in den Caritas-Einrichtungen der Altenhilfe. Von der langjährigen Erfahrung und dem Wissensschatz der Altenpflegekräfte profitieren so auch die Pflegenden am Krankenhaus St. Josef.

Bedingt durch den demografischen Wandel steigt die Anzahl der älteren Patienten und Menschen mit Demenz in den Krankenhäusern und den Pflegeeinrichtungen. Hohes Alter und bereits bestehende Demenz erhöhen zudem das Risiko, ein Delir zu erleiden. Als erstes Krankenhaus in Ostbayern hat St. Josef daher bereits im Juni 2017 ein Delir-Management etabliert. Delir-Patienten leiden an Symptomen, die zunächst an eine Demenz erinnern. Während manche von ihnen aggressiv werden, ziehen sich andere zurück. Ein Delir geht meist mit einer anderen Erkrankung oder einer Operation einher, die einen Wechsel des Aufenthaltsorts bedingt. Rechtzeitig erkannt, kann es behandelt werden. Gerade das Erkennen eines Delirs ist jedoch sehr komplex. Ohne Delir-Management bleiben bis zu 60 Prozent der Fälle zunächst unerkannt. Denn Bewusstseinsveränderung und Aufmerksamkeitsdefizite, Desorientierung und Verwirrtheit fallen häufig nur dann auf, wenn die Patienten bereits bekannt sind oder sich länger mit den Pflegenden unterhalten. Viele von ihnen sprechen aber wenig. Und wirken die Patienten wortkarg, kann dies auch als Müdigkeit nach einer Operation oder aufgrund einer schweren körperlichen Erkrankung gedeutet werden.

Ein Delir stellt eine erhebliche Gefahr für Patienten dar, die Verweildauer im Krankenhaus und die Mortalitätsrate sind deutlich erhöht. Maßnahmen, um den Betroffenen zu helfen, fallen in der Regel in den Bereich der gezielten Reizsetzung. Hierzu zählt der Einsatz bekannter Gegenstände, beispielsweise eines Stofftiers, oder die auditive Wahrnehmungssteigerung durch Musik oder Aufnahmen aus der Vergangenheit der Patienten. Das Delir-Management folgt einem klar strukturierten, eigens entwickelten Leitfaden zur Erkennung und Behandlung des Delirs, die stetig an die neuesten Erkenntnisse angepasst werden. Die Integration von Angehörigen in die Behandlung trägt erheblich zum Gelingen bei.

Die Verzahnung des Wissens in der Betreuung und Behandlung von Patienten mit Demenz und Delir in der Caritas-Altenhilfe und im Caritas-Krankenhaus ist daher ein weiterer Baustein in der Optimierung der Versorgung älterer Menschen. So war der Auftakt des interdisziplinären Informationstreffs durchwegs erfolgreich und soll zukünftig regelmäßig stattfinden.