Justine Heiduk, zuständig für den Bereich Förderwesen bei der Caritas Regensburg, behält kontinuierlich den Überblick über aktuelle Bildungsangebote für Auszubildende und Mitarbeitende der Caritas Regensburg. Foto: Och
Regensburg. Über EU-geförderte Programme wie Erasmus Plus erhalten die Auszubildenden die Möglichkeit, für ein bis zwei Wochen Pflegepraxis und Ausbildungssysteme in anderen EU-Ländern kennenzulernen. Der organisatorische und finanzielle Rahmen senkt dabei bewusst die Zugangshürden: Während Reise-, Übernachtungs- und Programmkosten durch die Förderprogramme getragen werden, übernehmen die Auszubildenden lediglich ihre tägliche Verpflegung.
Damit richtet sich das Angebot auch an Pflegeschülerinnen und Pflegeschüler, die aufgrund familiärer oder anderer Verpflichtungen nur begrenzte Zeit im Ausland verbringen können. Ziel ist es, die Pflegeausbildung attraktiver zu machen, Chancengleichheit zu fördern und gleichzeitig die Qualität der regionalen Pflege nachhaltig zu stärken.
Bereits etabliert sind Kooperationen mit Dänemark (Aarhus) und Tschechien (Pilsen) im Rahmen des Erasmusprogramms. Zusätzlich arbeitet die Caritas Regensburg außerhalb von Erasmus mit einem Bildungszentrum in Bern (Schweiz) zusammen. Aktuell baut der Diözesanverband Regensburg eine weitere Partnerschaft mit Lettland auf. Justine Heiduk, zuständig für den Bereich Förderwesen bei der Caritas Regensburg, war hierfür kürzlich zu einem vorbereitenden Besuch in Riga. In Lettland findet die Pflegeausbildung auf Hochschulniveau statt, ist kostenpflichtig und verzeichnet dennoch sehr hohe Bewerberzahlen.
Mit den EU-geförderten Mobilitätsangeboten bietet die Caritas als Arbeitgeber einen zusätzlichen Anreiz im Wettbewerb um die zukünftigen Pflegefachkräfte. Gerade Auszubildende verfügen über sehr geringe finanzielle Mittel für Auslandsaufenthalte - hier schafft das Programm gezielt Chancengleichheit und ermöglicht internationale Erfahrungen unabhängig vom Einkommen. Wie Heiduk betont, profitieren auch die regionalen Pflegeeinrichtungen: Die Auszubildenden lernen andere Pflegesysteme kennen, bringen neue Ideen, Wissen, praxisbewährte Vorgehensweisen mit und wirken als Multiplikatoren in ihren Ausbildungseinrichtungen. Internationale Impulse und Innovationen leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Pflege vor Ort. Lokal verankert - europäisch inspiriert.