Aus für das Wegbier?www.unsplash.com / @leaboehland
Mit dem Bier in der Hand wegzugehen und Alkohol auf der Straße zu konsumieren, gehört heute zum öffentlichen Stadtbild. Früher gab es auch Volks- und Straßenfeste mit Bier- und Weinausschank, Einzelpersonen, die für alle sichtbar Alkohol konsumierten, waren jedoch eine Randerscheinung, die sich auf Suchtkranke, Obdachlose oder Punks beschränkte. Heute gehört das Wegbier vor allem bei jungen Menschen zum guten Ton. Ganz selbstverständlich trifft man sie auf dem Weg zur Party, in den Club oder aufs Volksfest mit der Flasche in der Hand an, um auf Neudeutsch »vorzuglühen«. Früher war ein derartiges Verhalten verpönt, heute wird es, wenn es nicht als cool gilt, zumindest akzeptiert – oder ignoriert. Kritik gibt es nur dann, wenn extremer öffentlicher Alkoholkonsum zu Konflikten führt und eskaliert.
Hier sollen nicht Bier, Wein oder Schnaps verteufelt werden, Alkohol gehört seit Menschengedenken zu unserer Kultur, den verantwortungsvollen Umgang will niemand verbieten. Die neue, öffentliche und allge-mein akzeptierte Konsumform ist allerdings bedenklich. Denn der Genuss von Alkohol braucht Regeln, vor allem hinsichtlich bestimmter Zeiten und Örtlichkeiten und das Wegbier gehört sicher nicht zu einem verantwortungsbewussten Konsumverhalten. Was also ist zu tun? Kommunen müssen sich mit dem Thema beschäftigen und im Fall massiver Probleme dem öffentlichen Alkoholkonsum Grenzen setzen – es gibt Städte, in denen das praktiziert wird und auch funktioniert. Entscheidend aber sind Aufklärung und Prävention. Gerade junge Menschen müssen lernen, wie man verantwortungsvoll Alkohol konsumiert. Das Wegbier gehört nicht dazu!
Helmut Würzl
Diplom-Sozialpädagoge und Sozialtherapeut Sucht
Fachambulanz für Sucht-probleme Schwandorf