Rita Hopfenbeck, Leiterin der Patenschaften der Regensburger Caritas.Sonja Och
Regensburg. "Servus", "wo steht die Butter?", "was kostet der Kaffee?" oder "wann hat das Restaurant geöffnet?" - dies sind ganz normale Alltagssituationen, in denen Menschen einfach drauflosplappern. Deutschlernenden treiben solche Momente oftmals den Angstschweiß auf die Stirn. Ab sofort können Lernende ganz unkompliziert und kostenlos ihre Sprechfähigkeiten verbessen, und zwar bei einem neuen Regensburger Caritasangebot: den "Sprachpaten".
Sprachpaten sind Ehrenamtliche, die sich in zehn Terminen mit Deutschlernenden treffen. Denn oftmals haben die Lernenden folgendes Problem: "Sie verstehen sehr viel, aber können nicht sprechen", so Rita Hopfenbeck, Leiterin der Patenschaften der Caritas Regensburg. Zu den Sprachpaten kann jeder kommen, ob Deutschanfänger oder Fortgeschrittener, der sich auf die B1 oder B2 Prüfung vorbereitet.
Drei verschiedene Formate
Was die Paten und "Patlinge", wie Rita Hopfenbeck die Teilnehmenden bezeichnet, gemeinsam in der Stunde unternehmen, entscheiden sie selbst: miteinander reden, sich im Café treffen oder einkaufen gehen. "Es geht darum, dass man das so alltagsnah, so realitätsnah wie möglich gestaltet. Unbeschwert treffen, miteinander sprechen", sagt Hopfenbeck. Gemeinsam kann aber auch Grammatik, Textverständnis oder Satzbau geübt werden. Der Fokus liegt dennoch insbesondere auf dem Sprechen.
Auch Gruppenangebote aus einem Paten und zwei "Patlingen" gibt es. Dabei gelten zwei Regeln: Nur Deutsch ist erlaubt und keinerlei Hilfsmittel sind zugelassen. "Das ist anstrengend", sagt Hopfenbeck. "Denn die Hemmschwelle Deutsch zu sprechen, ist oft enorm." Doch die Anstrengung lohnt sich.
Gegenseitiger Austausch im Blick
Derzeit gibt es vier ehrenamtliche Sprachpaten, die mit Deutschlernenden üben. Auch für die Paten sei das Neuland, sagt Hopfenbeck. "Sie lernen die Kultur der anderen kennen, wie sie denken, was sie antreibt, was sie im Alltag machen."
Das Angebot kommt bisher gut an: Vier weitere Lernende stehen bereits auf der Warteliste. Deshalb wird stets nach neuen Ehrenamtlichen gesucht. Ein Pate braucht weder eine spezielle Schulung noch ein Lehramtsstudium, vielmehr "die Lust daran, Menschen zu begegnen und sich auf andere einzulassen", so Hopfenbeck.
Die Sprachpatinnen und Sprachpaten machen nur eine Sparte des ehrenamtlichen Hilfsangebots aus: Darüber hinaus gibt es noch Job-, Lese-, Bildungs- sowie Familienpatinnen und -paten. Wer Interesse an einer Mitarbeit hat, wendet sich per E-Mail an: ehrenamt@caritas-regensburg.de.