Diözesan-Caritasverband

Historie

Die Caritas hat Tradition

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es auf dem Gebiet der sozialen Arbeit viele kleine unterschiedlich agierende Gruppen und Initiativen. Lorenz Werthmann gab diesen zur Linderung sozialer Not eine gemeinsame Grundlage: Im Jahre 1897 entstand in Freiburg im Breisgau der Deutsche Caritasverband. Werthmann, verfolgte die Vision, die vielen kleinen, zwar sehr engagiert, aber weitgehend unkoordiniert arbeitenden Gruppen zusammenzufassen und damit effizienter zu machen.

Obwohl erst 1916 damit begonnen wurde, Diözesan-Caritasverbände einzurichten, existierte bereits 1910 ein Ortscaritasverband Regensburg. 1922 wurde der Diözesan-Caritasverband Regensburg gegründet, der auch die Aufgaben des Orts-Caritasverbandes übernahm. Der erste Vorsitzende und Geschäftsführer war Domkapitular Dr. Robert Reichenberger. Er war wesentlich an der Gründung des Verbandes beteiligt.

Schwerpunkte der frühen Jahre waren vor allem die Trinkerfürsorge und die Linderung der schlimmsten Not nach dem Ersten Weltkrieg. Das Festhalten an christlichen Werten gegen die Repressalien der Nationalsozialisten sollte sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Vertrauen der alliierten Westmächte auszahlen: Die Caritas wurde im ostbayerischen Raum mit vielen Aufgaben betraut, die die Versorgung der Bevölkerung, das Verteilen von Care-Paketen und anderer Hilfsgüter betraf.

Aufgrund der geographischen Lage galt für den Regensburger Caritasverband in den Nachkriegsjahren ein besonderes Augenmerk der Sorge für Heimkehrer und Flüchtlinge. Die folgenden Jahre und Jahrzehnte brachten staatlichen und gesellschaftlichen Aufbau sowie wirtschaftliche Expansion. In die Jahre 1960 bis Mitte der achtziger Jahre fällt eine ausgeprägte Bautätigkeit der Regensburger Caritas. Kreis-Caritasverbände mit ihren Sozialzentren werden ausgebaut beziehungsweise neu eingerichtet.

Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland entwickelte sich der Deutsche Caritasverband, bedingt durch die verfassungsrechtlichen Freiheiten der Kirchen, das Sozialstaatsgebot und das Subsidiaritätsprinzip, zum größten Anbieter sozialer Dienstleistungen. Heute ist er mit mehr als einer halben Million Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer der größten deutschen Arbeitgeber.