"Der geweihte Altar ist Mitte der Kirche" - Bischof Rudolf predigt zur Domkirchweih, die am 30. Juni gefeiert wird. H. C. Wagner
Regensburg - "Offene Türen - Offene Herzen" - lautete das Motto der Domkirchweihe am Dienstag, 30. Juni 2026, im Regensburger Dom St. Peter. Dieses Datum gilt als der Kirchweihtag des gotischen Doms im Jahr 1276. Das ganze Jahr feiert die Diözese das Jubiläum "750 Jahre Regensburger Dom" mit zahlreichen Konzerten, Gottesdiensten und Veranstaltungen.
Um die enge Verbindung von Gottesdienst und Dienst am Nächsten deutlich zu machen, luden das Domkapitel und der Diözesanverband der Caritas im Anschluss an die Pontifikalmesse mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zu einem besonderen Sommerfest in den Domgarten bei Musik, herzhaften Speisen und kühlen Getränken ein. Eingeladen waren dazu Personen, die die vielfältigen Dienste der Caritas nachfragen sowie alle Gläubigen, die an der Kirchweihmesse teilgenommen hatten. Zu Beginn des Gottesdienstes begrüßte Bischof Rudolf die Gläubigen mit den Worten: "Der 30. Juni ist, der Überlieferung nach, der Weihetag, und da man die Feste feiern soll, wie sie fallen, feiern wir heute mit großer Freude". Musikalisch wurde der Kirchweihgottesdienst von den Regensburger Domspatzen, unter der Leitung von Kathrin Giehl, gestaltet. An der Orgel spielte Domorganist Prof. Franz Josef Stoiber.
Woran erkennt man eine Kirche?
Mit der Frage "Was macht eine Kirche aus? Woran erkennt man eine Kirche?" begann Bischof Rudolf seine Predigt und nahm die Gottesdienstgemeinde mit auf einen gedanklichen Weg, den er nach eigenen Worten häufig auch mit Kindern und Jugendlichen im Religionsunterricht gegangen ist: Was gehört unbedingt zu einer Kirche - und was macht sie im eigentlichen Sinn zur Kirche?
Die entscheidende Antwort für Bischof Rudolf ist klar: Der Altar! "Wenn auf dem Altar durch den Dienst des Priesters Christus gegenwärtig wird in der Heiligen Messe. Der Altar, der geweihte Altar, ist die Mitte der Kirche. Er macht eine Kirche zur Kirche." Nicht Architektur, Ausstattung oder Größe seien ausschlaggebend, sondern der geweihte Altar als Ort der Feier der Eucharistie. Deshalb könne auch eine kleine und schlichte Dorfkirche vollständig Kirche sein, wenn sie einen geweihten Altar besitze. Umgekehrt gelte: "Und eine noch so prächtige gotische Halle mit Orgel, Kreuz, Kanzel, aber ohne geweihten Altar - ist keine Kirche."
Er betonte zum Abschluss seiner Predigt, dass die "Kirchweih in Bayern seit jeher ein bedeutendes Fest ist" und Anlass gebe, für die schönen Kirchen im ganzen Bistum dankbar zu sein. Diese seien Orte, an denen Menschen Gott auf besondere Weise begegnen und im Brot des Lebens Gemeinschaft erfahren können. Durch Jesus Christus würden die Gläubigen zu einer großen Familie von Schwestern und Brüdern verbunden, die füreinander da sind. Er wünschte dem Regensburger Dom, dass auch in den nächsten "50, 750 und 1000 Jahren noch viele Menschen den Weg durch die geöffneten Domtüren finden und in der Kathedrale ihre Sorgen, Nöte und Gebete vor Gott tragen und im Gebet Heil und Trost finden. Abschließend dankte Bischof Voderholzer allen Anwesenden für ihr Kommen und bat die Patrone des Regensburger Doms, die Gottesmutter Maria und den heiligen Petrus, um ihre Fürsprache.
Zünftiges Sommerfest im Domgarten
Fest der Begegnung nach dem Gottesdienst im Domgarten Christian Beirowski
Das Team von Caritas und KJF versorgte die Gäste mit Speisen und GetränkenH. C. Wagner
Bei der zwanglosen Begegnung im Domgarten wurden Snacks und Speisen am Flying Buffet serviert. Italienische Eisspezialitäten sorgten für genussreiche Erfrischung an diesem besonderen Sommerabend. Bedient und verköstigt wurden die Gäste von Mitarbeitern der Caritas und der Katholischen Jugendfürsorge. Musikalisch umrahmten die Blaskapelle "D‘ Wadlbeißer" aus Kumpfmühl die Feierstunde mit zünftiger Blasmusik und sorgten für eine ausgelassene Stimmung.