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Bei seinem Besuch in Frankreich hat Papst Leo XIV. am Sonntag (27.9.) im Wallfahrtsort Lourdes zu Kranken und Mitarbeitenden im Gesundheitswesen gesprochen. Im Mittelpunkt stand eine Botschaft, die auch die Arbeit der Caritas trägt: Jeder Mensch hat eine unverfügbare Würde, unabhängig von Krankheit, Alter oder Leistungsfähigkeit. Der Papst wandte sich entschieden gegen Suizidhilfe und aktive Sterbehilfe und rief dazu auf, Palliativversorgung, Forschung und die Begleitung schwerkranker Menschen weiter zu stärken.
"Diese Worte ermutigen uns", sagen Vorsitzender Domkapitular Michael Dreßel und Diözesan-Caritasdirektor Michael Weißmann. "In unseren Krankenhäusern, in der Hospiz- und Palliativarbeit und in der Pflege erleben unsere Mitarbeitenden jeden Tag, wie viel es bedeutet, wenn schwerkranke Menschen sich nicht als Last empfinden müssen. Unser Auftrag ist es, da zu sein, Schmerzen zu lindern und niemanden allein zu lassen, bis zuletzt."
Hier die Rede in Auszügen:
Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kranke,
es ist mir eine große Freude, diesen Moment mit euch hier in Lourdes zu verbringen. Seit mehr als 150 Jahren kommen Pilger aus aller Welt hierher, um Jesus durch Maria ihre körperlichen, seelischen oder geistlichen Leiden anzuvertrauen. Hier wird die Gebrechlichkeit nicht versteckt, sondern zum Ort einer heiligen Begegnung.
(…)
Maria erkennt während des Dialogs der Verkündigung, als der Herr sie anblickt, dass sie von Gott auserwählt ist. Doch im Kern dieser Begegnung kann jeder von uns erkennen, dass er persönlich angesprochen wird und zutiefst zur Liebe Gottes bestimmt ist, der der Quell des Lebens ist. Der Mensch ist nämlich "würdig" allein schon aufgrund der schlichten Tatsache, dass er existiert und auf die Ewigkeit ausgerichtet ist. Seine Würde lässt sich nicht messen und steht nicht zur Diskussion.
Ich weiß, dass für einige von euch aufgrund bestimmter Erkrankungen und mitunter schrecklicher Schmerzen die Zukunft dunkel, ungewiss und aussichtslos erscheinen mag. Doch kein menschliches Gesetz darf euch die Gewissheit eurer Würde nehmen. Im Gegenteil: Der Versuchung, unter dem Vorwand falschen Mitleides das Leben zu beenden, muss gerade im Namen dieser unveräußerlichen Würde des Menschen entschieden widerstanden werden. Es ist unmöglich, das Herbeiführen des Todes als normal anzusehen. Was legal ist, ist nicht zwangsläufig auch sittlich erlaubt.
Hier in Lourdes, der Stadt der Kranken und der Hoffnung, rufe ich alle im Gesundheitswesen Tätigen dazu auf, sich an den tiefen Sinn ihrer Berufung zu erinnern, die darin besteht, sich um einen leidenden Menschen zu kümmern und nicht, ihn zu beseitigen. Ja, liebe Freunde, stellt euch leidenschaftlich in den Dienst des Lebens! Niemand hat jemals das Recht, »auf der Grundlage von labortechnischen Algorithmen über das Leben eines bestimmten Embryos oder eines bestimmten älteren Menschen zu entscheiden! Die Medizin darf niemals zum Gehilfen des programmierten Todes werden!« (Ansprache an die Mitglieder der Fondation Jérôme Lejeune, 22. Juni 2026).
(…)
Liebe kranke Brüder und Schwestern, es ist mir wichtig, euch zu sagen: Ihr seid keine Last, ihr seid das pulsierende Herz unserer Menschlichkeit und ein kostbarer Schatz für die Kirche.
Ich schließe die Leiden, die ihr durchmacht, in meine Gebete ein. Meine Gedanken sind bei all jenen, die nicht hier sein können und die von zu Hause oder von ihrem Krankenhauszimmer aus mit unserem Treffen verbunden sind. Euch alle vertraue ich der mütterlichen Liebe der Mutter des Herrn an und bitte sie, euch den Trost ihres Sohnes Jesus zu erwirken. Gott segne und beschütze euch!
Die vollständige Ansprache finden Sie hier: