Das Referat Migration/Integration ist mit der „Lebendigen Bibliothek“ bei den Interkulturellen Wochen vertreten. (v.l.: Diana Fischer, Nika Krausnick, Leiterin des Referats Migration/ Integration der Caritas, Elisabeth Stärk, Katrin Brunner Lea Grosser
Regensburg. Darf man Menschen wie Bücher ausleihen? Und wenn ja, dann wozu? In der "Lebendigen Bibliothek" der Caritas schon, sagt Nika Krausnick, Leiterin des Regensburger Referats Migration/Integration. Sie hatte die Idee zu diesem Projekt nach einem Beratungsgespräch mit einem Klienten. Es ging dabei um Kommunikation und Erfahrungsaustausch und eine Geschichte von Kühen, die untereinander Informationen weitergeben, z.B. wo eine Wasserstelle zu finden ist.
In der Kommunikation entsteht ein Mehrwert für die Beteiligten, so Nika Krausnick. Bei der Aktion "Lebendige Bibliothek" können die Teilnehmer jeweils für 20 Minuten Menschen auswählen, die als "Bücher" in einem privaten Gespräch Anekdoten, persönliche Geschichten und Lebenserfahrungen teilen. Fragen dürfen natürlich auch gestellt werden. Je nach Sprachkenntnissen wird ein ehrenamtlicher Übersetzer anwesend sein und bei der Verständigung unterstützen.
Mehr als die Flucht
Zwar handelt es sich bei den "Büchern" um Klienten des Referats Migration/ Integration, allerdings soll es um das Thema Flucht eigentlich nicht gehen. "Menschen werden oft auf ihre Migration reduziert", so Krausnick. Dabei seien Menschen mehr als die Flucht.
Das Projekt findet am 23. September ab 18 Uhr im Caritas Beratungszentrum St. Gabriel statt. Für diese kostenlose Veranstaltung kann man sich per E-Mail über migration@caritas-regensburg.de anmelden.
Dieses Jahr ist die Caritas Regensburg außerdem beim Auftakttag am 19. September mit einem Stand vertreten. Vor Ort wird das Referat Migration/ Integration anwesend ein.
Drum-Circle am 4. Oktober
Im Rahmen der Interkulturellen Wochen wird am 4. Oktober außerdem ein so genannter "Drum-Circle" im Regensburger Kulturzentrum M26 stattfinden. Um 15 Uhr wird für zwei Stunden gemeinsam getrommelt. Jeder ist zu der kostenlosen Veranstaltung eingeladen, weder Vorkenntnisse noch gemeinsame Sprachkenntnisse sind hier gefragt. An dem Nachmittag stehen alleine die Begegnungen und das Miteinander im Vordergrund. Die Aktion haben das Referat Gemeindecaritas sowie die Psychosoziale Versorgung von Geflüchteten der Caritas auf die Beine gestellt.