
Auf einen Blick
Anwalt sein für Menschen, die ihre Arbeit oder Wohnung verloren haben, die Gewalt erfahren oder ausgeübt haben oder die abhängig sind von diversen Substanzen. Das sind die Aufgaben der Streetworker, die für die Caritas in der Stadt Regensburg unterwegs sind.
Unsere Streetworker gehen auf die Menschen zu, die keine Lobby mehr in der Gesellschaft haben, und geben ihnen ein Stück Selbstwert, Hoffnung und Teilhabe zurück. Für ihre Arbeit können sie auf ein Netzwerk von verschiedensten örtlichen Einrichtungen bauen. Sie
- haben ein Ohr für die, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden
- fördern und fordern aber die Menschen auch heraus, versuchen Ihnen neue Perspektiven zu eröffnen
- helfen den Menschen dabei, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben
Streetwork gilt im Rahmen von Sozialer Arbeit als methodische Vorgehensweise, um besonders schwer zugängliche Zielgruppen zu erreichen, die nicht oder nicht mehr von herkömmlichen sozialen Hilfeeinrichtungen erreicht werden. Der Zugang zur Zielgruppe wird über die "Geh-Struktur" (die Streetworker begeben sich in die Lebenswelt der KlientInnen) hergestellt, um ihnen im weiteren Verlauf Unterstützungsangebote zukommen zu lassen. Allgemein zählen zur typischen Zielgruppe von Streetworkern vor allem Personengruppen mit selbst- oder fremdgefährdenden Verhaltensweisen.
Ableitbar ist das Angebot von Streetwork aus den Bestimmungen des §§ 53, 54 SBG XII und §§ 67 und 68 SGB XII. Besonders im Bereich der Suchthilfe ist das Zeugnisverweigerungsrecht §53 StPO und § 383 Abs. 1 Nr. 6 6 ZPO für die Vertrauensbildung und die Sicherheit der MitarbeiterInnen von unschätzbarem Wert.“) sollen unter der ersten Rubrik „Auf einen Blick“ zum Ende eingesetzt werden (also über dem ersten Aufklappreiter „Über Streetwork“ und nach dem neuen Punkt oben „helfen den Menschen dabei, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben“)
Über Streetwork
Die Streetworker sind da für Menschen
- ohne Bleibe oder dauerhafte Unterkunft/Wohnung,
- mit Problemen im Umgang mit Suchtmitteln wie Alkohol, THC, XTC oder Heroin,
- ohne Arbeit,
- mit Anzeigen, Verwarnungen, offene Verhandlungen oder Auflagen,
- mit Schulden,
- mit Beziehungsproblemen in Partnerschaft oder Familie.
Die Streetworker
- suchen Menschen an öffentlichen Plätzen auf,
- beraten und helfen persönlich,
- unterstützen nach Möglichkeit materiell,
- helfen bei Behördengängen.
"Streetwork" heißt
- in das gewohnte Umfeld der Klienten am Rande der Gesellschaft kommen,
- (Gesprächs-)Partner für diese Menschen sein,
- auf der Seite der Menschen stehen und nicht ohne deren Einverständnis zu handeln,
- gegenüber anderen zur Verschwiegenheit verpflichtet zu sein,
- Perspektiven erarbeiten,
- Interessen der Klienten gegenüber der örtlichen Politik zu vertreten,
- Hilfen vermitteln und über Rechte aufklären
- anonym und vertraulich mit Informationen umgehen.
Unsere Haltung
Unsere Arbeitsprinzipien:
- Lebensweltorientierung
- Niedrigschwelligkeit
- Freiwilligkeit
- Akzeptanz
- Verschwiegenheit
- Kontinuität
- reflektierte Parteilichkeit
Folgende Grobziele sollen durch unterstützende und begleitende Hilfsangebote erreicht werden:
- Sicherung des Überlebens
- Verhinderung irreversibler gesundheitlicher Schädigungen
- soziale (Re-)Integration
- gesundheitliche und psychosoziale Stabilisierung, Verbesserung des Gesundheitszustandes
- Vernetzung im und Vermittlung ins weiterführende Hilfesystem
Ebenso verfolgt Streetwork das Ziel, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Randgruppen zu verändern durch:
- Aufmerksam machen auf verschiedene Lebensweltrealitäten,
- Entstigmatisierung durch das Anregen gesellschaftlichen Austausches und
- Bedarfe und Lücken im bestehenden Versorgungssystem wahrnehmen und benennen
Die Arbeitsansätze sind dabei:
- Kontaktaufbau und -pflege
- Beziehungsarbeit
- Informationsweitergabe
- Beratung
- Betreuung
- Begleitung
- Krisenintervention
- Verhandlungsbereitschaft
- Vermittlung
- Versorgung
- Aktionen
Aufgaben
In Regensburg gibt es eine Gruppe von schätzungsweise 300 Personen, die derzeit von den Streetworkern betreut werden. Aufgrund der personellen Kapazitätsgrenzen ist hierbei von einer höheren Dunkelziffer auszugehen, da nicht alle Betroffenen erreicht werden können. Die AdressatInnen sind in der Altersklasse ab 18 Jahren, halten sich im öffentlichen Raum auf und sind suchtmittelabhängig, psychisch auffällig und/oder wohnungslos. Die Bereitschaft dieser Personengruppe, das bereits vorhandene Hilfesystem in Anspruch zu nehmen, ist zunächst meist ambivalent bis gering.
Die beiden Streetworker der Caritas Suchthilfe suchen Menschen an öffentlichen Plätzen auf, beraten und helfen persönlich, unterstützen nach Möglichkeit materiell und begleiten bei Behördengängen. Zudem werden saisonale Spendenaktionen und Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit praktiziert. Jeden Vormittag sind sie am Bahnhofsvorplatz unterwegs, nachmittags wird bedarfsweise aufsuchende Streetwork im gesamten Stadtgebiet praktiziert.
Als Anlaufstelle für die Postausgabe, wenn eine Postadresse benötigt wird, dient das Büro in der Obermünsterstraße 12, das zudem als „Streetnetcafé“ einmal wöchentlich den Zugang zu Internet und Heißgetränken ermöglicht.
Zu den alltäglichen Arbeitsaufgaben der Streetwork zählt u.a. die Grundversorgung in Verpflegung, das Vermitteln zu zuständigen Behörden oder Unterkünfte, Verteilen von benötigten Materialien (z.B. Schlafsäcke, Kleiderspenden), Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit zur Entstigmatisierung, niedrigschwellige Anbindung an das Hilfesystem mit besonderem Fokus auf die Suchthilfe, psychosoziale Beratung und Unterstützung sowie die Verteilung von Safer-Use-Materialen für Substanzkonsumierende. Durch das seit Oktober 2024 ausgebaute Team auf zwei Streetworker kann inzwischen auch geschlechterspezifische Beratung durchgeführt werden.
Öffentlichkeitsarbeit:
Multimedia:
- Wenn die Nacht zur Gefahr wird: Hilfe für Obdachlose bei Frost | TVA
- Rund fünf Anrufe beim Kälteschutz-Telefon der Caritas in Regensburg | Charivari
- Wir haben Caritas-Streetworker Ben Peter beim Einsatz in der klirrenden Kälte begleitet | TVA
- Regensburg: Die Arbeit der Caritas-Streetworker | TVA
- Steigende Obdachlosigkeit: Streetworker der Caritas im Einsatz