Diözesan-Caritasvorsitzender Domkapitular Michael Dreßel hält die Predigt beim Requiem für Prof. Dr. Franz Merl (1949 – 2026) in der Basilika St. Emmeram in Regensburg. Foto: Sonja Och
Regensburg. Rund 200 Trauernde haben am Freitag, 24. April, beim Requiem in der Regensburger Basilika St. Emmeram Abschied von Professor Dr. Franz Xaver Merl (7.4.1949 - 14.03.2026) genommen. Der Wirtschaftsprüfer war über 15 Jahre Vorsitzender des Caritasrates und hat in dieser Funktion den Caritasverband der Diözese Regensburg mitgetragen und maßgebend mitgestaltet. Die Predigt hielt Diözesan-Caritasvorsitzender Domkapitular Michael Dreßel.
Bilanz eines arbeitsamen Lebens
Leitgedanke der Predigt war mit Blick auf Beruf und Wirken von Prof. Merl die Bilanz. Ein Wirtschaftsprüfer sei ein Wächter der Ordnung, so der Caritasvorsitzende: "Wer das Mandat eines Aufsichtsrates aus christlicher Perspektive heraus auszufüllen versucht, wird sich als Anwalt von Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit verstehen." Merl sei sich bewusst gewesen, dass Wirtschaft ohne Ethik, ohne Verantwortung für das Ganze, ohne Verankerung im Gemeinwohl auf Sand gebaut sei.
Großes Engagement im Ehrenamt
Domkapitular Dreßel bezeichnete Prof. Merl als einen "Mann, der seine berufliche Kompetenz mit außergewöhnlich großem Engagement im Ehrenamt für das Gemeinwohl, also zum Wohle anderer einsetzte."
Als solcher war Professor Merl von 2008 an vom Bischof berufenes Mitglied im Diözesansteuerausschuss, das Gremium, das über die Verwendung der Kirchensteuermittel entscheidet. Daneben war Merl über 15 Jahre lang Vorsitzender des Caritasrates. Dieses Gremium habe er wesentlich weiterentwickelt. Die Gründung und Ausgliederung von Trägergesellschaften bis hin zum Engagement der Caritas in den Krankenhäusern in Kelheim und Donaustauf habe er mitgetragen und maßgebend mitgestaltet.
Bilanz eines Menschenlebens
Im Unterschied zur Wirtschaft lasse sich die letzte Bilanz eines Menschenlebens nicht in Spalten von Soll und Haben pressen. "Das menschliche Leben ist mehr: Es ist und bleibt ein Geheimnis, das über jede mathematische Logik von Soll und Haben weit hinausreicht. Die letzte Bilanz eines Menschenlebens wird nicht in Ziffern geschrieben, sondern im Herzen Gottes."