Karin Haubenschild (Mitte), Einrichtungsleiterin der Caritas Wohngruppe St. Rita in der Ostengasse, nahm den Scheck aus den Händen der zweiten Vorsitzenden der Karether „Theater-Zenzn“, Elli Rehm (rechts) und Mitspielerin Alexandra Brandt (links) entgegenFoto: H. C. Wagner
Regensburg. Die Geschichte der Karether Laienspielgruppe "Theater-Zenzn e.V." geht in das Jahr 2019 zurück. 13 Frauen gründeten einen Verein und führen - mit einem Jahr Corona-Pause - Jahr für Jahr im Pfarrsaal ein bayerisches Volksstück auf, das jeweils auf Karether Gegebenheiten angepasst wird. Der Erlös kommt Spendenzwecken aus der Region zugute. In diesem Jahr wurde die Caritas Wohngruppe St. Rita mit 4.000 Euro bedacht. Einrichtungsleiterin Karin Haubenschild nahm den Scheck aus den Händen der zweiten Vorsitzenden Elli Rehm und Mitspielerin Alexandra Brandt entgegen.
"Wenn wir schon als Frauen spielen, wollen wir auch für Frauen spenden", erklärt die zweite Vorsitzende Elli Rehm ganz pragmatisch den demokratischen Beschluss der Vereinsangehörigen, die aus Kareth stammen oder einen engen Bezug zum Ort haben. Neben der Wohngruppe St. Rita wurden in diesem Jahr die beiden Regensburger Frauenhäuser sowie die Initiative "Die Zwei für Autismus" bedacht. "Wir wollen mit unseren Spenden immer regional bleiben", ergänzt Alexandra Brandt.
"Die Traumpaare von Kareth" wurde insgesamt sechs Mal im März diesen Jahres aufgeführt. Alle Vorstellungen waren bis auf den letzten der 100 Plätze ausverkauft. Ein weiterer Erlös entsteht aus dem Verkauf von Getränken und selbst gemachten Wurstssemmeln. "Wir geben kaum Geld aus, sogar den Bühnenvorhang haben wir selbst genäht", erzählen die Spenderinnen mit Stolz. "2025 konnten wir schon etwas Geld zurückbehalten", weil der notwendige Bühnenneubau deutlich günstiger gewesen sei. Thomas Schroll, Bühnenbauer am Stadttheater Regensburg, hatte die Laienspielgruppe dabei mit Erfahrung und Vermittlung von Einkaufsvorteilen unterstützt.
Karin Haubenschild, selbst Karetherin, wird die 4.000 Euro an ihre Nachfolgerin in St. Rita übergeben. Nach 43 Jahren im Dienst der Caritas geht sie Ende April in Ruhestand. "Wichtig ist, dass das Geld direkt unseren Frauen zugute kommt", blickt sie nach vorne, beispielsweise für Sonderausgaben wie eine neue Brille, gemeinsame Ausflüge, Sonderfahrten zu den Kindern oder Karten für kulturelle Ereignisse. Sieben Frauen leben derzeit unter dem Dach des Caritas Marienheimes in der Ostengasse. Die Wohngruppe St. Rita stellt den Frauen, die zum Teil aus dem Strafvollzug oder aus einem Drogenentzug kommen, ein langfristiges, unterstützendes Umfeld zur Verfügung. Im Vordergrund steht der Aufbau von Selbständigkeit und sozialer Integration. Die Bewohnerinnen werden hier ermutigt, sich beruflich und schulisch weiterzuentwickeln, Alltagskompetenzen zu stärken, um wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.