Vorstandsvorsitzender der Caritas Kelheim Josef Stadler bei seiner Eröffnungsansprache. Caritas Kelheim
"Liebe ehrenamtliche Mitarbeiter, was wären wir ohne Sie", fragte und stellte Josef Stadler, Vorstandsvorsitzender der Caritas Kelheim, fest. Herzlich bedankte er sich bei den vielen Ehrenamtlichen und geladenen Gästen, darunter der nicht mehr ganz so neue Landrat Martin Neumeyer und Diözesan-Caritas-Direktor Michael Weißmann, für ihr Erscheinen. Vor allem betonte er wiederholt den zuverlässigen und unermüdlichen Einsatz der freiwilligen Helfer.
Caritas-Geschäftsführer Hubert König konnte dem Vorsitzenden Josef Stadler nur beistimmen: "Jeder einzelne Ehrenamtliche leistet in seinem Bereich einen wertvollen Dienst am Menschen." Mit insgesamt über 300 wissentlich freiwillig Engagierten in Projekten wie Selbsthilfegruppen, Kleiderkammern oder Nachbarschaftshilfen kann die Caritas Kelheim im Moment dienen. Die tatsächlichen Zahlen der Ehrenamtlichen sind vermutlich höher. Im Jahresrückblick 2016 präsentierte der Geschäftsführer den Anwesenden eine kleine Aussicht auf das, was die Ehrenamtstätigkeit bei der Caritas Kelheim bedeutet. Sicherlich konnte dabei auch festgestellt werden, dass die Flüchtlingssituation im Landkreis ein großes Thema im vergangenen Jahr war. "Es soll aber sehr wohl nicht heißen, dass unser Hauptaugenmerk auf die Arbeit mit den Flüchtlingen reduziert war oder ist. Vielmehr stemmten wir das zusätzlich und stellten die Unterstützung der bereits angestammten Gruppen der Hilfebedürftigen nicht zurück. Das wird auch in Zukunft so sein!" Wichtig war dem Geschäftsführer der Caritas Kelheim auch, dass dabei die ausdauernde Arbeit der Hauptamtlichen nicht vergessen wird.
Der Kelheimer Landrat Martin Neumeyer sorgte für eine unterhaltsame Atmosphäre.Caritas Kelheim
"Frage nicht, was das Land für dich tut, sondern was du für das Land getan hast." Ein Zitat des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy und zugleich Einstieg des Landrates Martin Neumeyer. Dieser rückte den Satz dann in die für den Abend passende Richtung: "Frage nicht, was dein Nachbar für dich tut. Sondern was kann ich für meinen Nachbarn tun." Der Kelheimer Landrat bemerkte dabei ganz überzeugt: "Das Ehrenamt ist eine Investition in die Zukunft, das Ehrenamt ist eine Investition in die Menschheit!"
Interessiert hörten die Anwesenden den Worten des Diözesan-Caritasdirektors Michael Weißmann zu.Caritas Kelheim
In einem Impulsreferat vom Diözesan-Caritasdirektor Michael Weißmann erlebten die Zuhörer die Wichtigkeit der diesjährigen Caritas-Jahreskampagne Zusammen sind wir Heimat. Die Kampagne bearbeitet das immer noch aktuelle Thema der Flüchtlingsarbeit, vielmehr die Notwendigkeit der Integration unserer neuen Mitbürger. "Heimat ist schön und schwierig zugleich. Wie wertvoll Heimat sein kann, merkt man erst, wenn man seine Heimat verlassen muss." Ganz besonders bleibt Michael Weißmann dabei die aufopferungsvolle Hilfe am Münchner Bahnhof in Erinnerung. Tausende Flüchtende wurden mit Decken, Kleidung und Essen in Empfang genommen. "Der Begriff der Willkommenskultur wurde in diesen schwierigen, gemeinsamen Zeiten geprägt." Die deutschen Bürger und die Neuankömmlinge haben diese emotionale Erfahrung geteilt. "Integration bedeutet miteinander teilen! Integration meint gemeinsam lachen und arbeiten" Etwas zusammen erleben!" Ernüchterung: Gerade jetzt gemeinsam anpacken um das zu bewältigen
Der diesjährige Ehrenamtspreis "Das Rote Band" der Caritas-Bürgerstiftung ging an das Team der Tafel Mainburg.Caritas Kelheim
Als Höhepunkt der Veranstaltung wurde der Ehrenamtspreis "Das Rote Band" der Caritas-Bürgerstiftung verliehen. Jährlich wird er an Personen oder Gruppen verliehen, die sich ehrenamtlich unter dem Dach der Caritas Kelheim engagieren und sich in ihrer Freizeit für Menschen in schwierigen Lebenslagen einsetzen. "Das rote Band" symbolisiert das Gemeinsame, welches alle Menschen verbindet, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen. Christoph Schweiger, Vorstandsvorsitzender des Kuratoriums der Caritas-Bürgerstiftung, kürte die Ehrenamtlichen der Tafel Mainburg, stellvertretend Rosemarie Gaffal, als Empfänger des Ehrenamtspreises. Caritas-Geschäftsführer Hubert König unterstrich: "Es ist eine logistische Glanzleistung. Jeden Freitag ist geöffnet, es wird sortiert, aufgeräumt, der Kontakt zu Supermärkten gehalten und vieles mehr." In 2016 wurden an 3.084 Personen, mit Angehörigen, Lebensmittel ausgegeben.
Die Ehrenauszeichnung für besonderes Engagement erhielt Anneliese Anzinger (Mitte).Caritas Kelheim
Über eine Ehrung freute sich Anneliese Anzinger, die sich seit vielen Jahren im Kontaktkreis Behinderte und Nichtbehinderte Kelheim, kurz KBN, engagiert und als Vorsitzende agiert. Sich für Behinderte einzusetzen ist für Anneliese Anzinger zur zweiten Natur geworden. Hubert König überreichte ihr zur Ehrenurkunde und dem Silbernen Ehrenzeichen des deutschen Caritasverbandes noch einen "kleinen" Blumenstrauß. Darauf erwiderte Anneliese Anzinger spontan und mit einem Augenzwinkern: "Ich habe eh keine größere Vase!"
Zwei Ehrenamtskarten erreichten Elisabeth Grünbaum und Annemarie Huber. Beide machen sich stark bei der Hilfe pflegender Angehöriger. Die bayerische Ehrenamtskarte ist ein Zeichen für herausragendes bürgerschaftliches Engagement. Die Karte erlaubt beispielsweise vergünstigte Eintrittspreise bei Freizeitparks oder geringere Kaufpreise bei bestimmten Akzeptanzpartnern. Ehrenamt zahlt sich also doppelt aus - emotional und finanziell. Näheres unter www.ehrenamtskarte.bayern.de.