Dr. Adolfine Therese Treiber (Mitte) zusammen mit Brigitte Weißmann und Michael Weißmann.Burcom Regensburg
Als Dr. Adolfine Therese Treiber über den Regensburger Domplatz geht, ist sie sichtlich zufrieden. Gerade arbeitet die Historikerin an einem Buch über einen in Wien geborenen Kirchenmaler, der lange Jahre in Regensburg tätig war und dessen Wirken bisher stark unterschätzt war. Für die gebürtige Österreicherin ist das ein Herzensprojekt - genau wie die Familienpatenschaften der Caritas. "Ich habe als Kind meine Mutter gefragt: ´Warum hilfst du anderen?´ Sie meinte dann immer: ´Ich mache das für meine Kinder, dass es ihnen gut geht´", sagt Treiber. Das sei die Triebfeder ihres Handelns. Sie war viele Jahre die bestellte Betreuerin von Prälat Emmeram Ritter. Mit ihm zusammen fasste sie letztlich den Schluss, die Familienpatenschaften der Caritas zu unterstützen.
Inzwischen ist Prälat Ritter verstorben, doch sein großes Herz spiegele sich in dieser Unterstützung wider. "Ich wünsche den Familien, die von der Familienhilfe und der Allgemeinen Sozialberatung der Caritas betreut werden, dass sie sich aufgehoben fühlen. Die Kirche leistet durch ihre caritativen Einrichtungen so viel Gutes, dass ich dankbar bin, einen Teil dazu beigetragen zu haben", so Dr. Treiber weiter. Sie selbst ist achtfache Patentante und schätzt das Familienleben. Wie es sei, wenn das Leben innerhalb der engsten Familie auf einmal nicht mehr nach Plan laufe, könne sie nur erahnen, meint sie. "Am Ende ist die Familie das größte Geschenk. Deshalb kann man auch gar nicht genug tun für Familien, die in Not geraten sind."
Die Familienpatenschaften hatte die Caritas Regensburg im Oktober des vergangenen Jahres ins Leben gerufen: Ihr erster Pate war kein geringerer als das Oberhaupt des Bistums, Bischof Rudolf Voderholzer. Seither wurden viele Familien unterstützt. "Wir konnten beispielsweise Kindern Gitarrenunterricht ermöglichen oder Tablets für den Unterricht zur Verfügung stellen. Es sind immer kleine Gesten, die wir durch die Patenschaften den Menschen zuteilwerden lassen, aber sie bedeuten immer eine Auszeit von den jeweiligen Problemen der Familien", sagt Brigitte Weißmann. Die Leiterin des Referats Soziale Beratung der Caritas Regensburg ist dankbar für Menschen wie Dr. Treiber, denn nur so könne das Projekt Familienpaten auch weiterhin aufrechterhalten werden. "Wenn Menschen aus der Region für Menschen aus der Region einstehen und ihnen unter die Arme greifen, entsteht ein Gemeinschaftsgefühl, das unbezahlbar ist", sagt Michael Weißmann, der Direktor des Caritasverbandes Regensburg.
Dr. Treiber, die auch an einem sechsbändigen Lexikon über die Gottesmutter mitgearbeitet hat, ist ein bescheidener Mensch. Eigentlich wolle sie nicht über die Spende sprechen, denn Gutes zu tun sei schließlich im Glauben verankert. "Aber wenn ich für andere damit einen Anreiz schaffe, ebenfalls Familien in Not zu unterstützen, dann mache ich das gerne."
Zusatzinformation:
Wenn auch Sie die Familienpatenschaften der Caritas unterstützen möchten, erhalten Sie weitere Informationen unter Telefon 0941 / 502 11 27 oder direkt bei der Familien- und Seniorenhilfe (Von-der-Tann-Straße 7, 93055 Regensburg).