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"Mütter sind rund um die Uhr im Einsatz, gefordert von Kindern, Familie und Beruf. Da bleibt die eigene Gesundheit schnell auf der Strecke", sagt Brigitte Weißmann, Leiterin des Referats Soziale Beratung bei der Caritas Regensburg und Geschäftsführerin der Katholischen Arbeitsgemeinschaft (KAG) für Müttergenesung. Gemeinsam mit ihrem Team verfolgt sie das Ziel: "Wir machen Mütter stark!"
Dieses Ziel steht auch im Fokus der "Woche der Müttergesundheit" vom 23. bis 29. September, bundesweit ausgerufen vom Müttergenesungswerk. Mit gutem Grund: "Die Erziehungsverantwortung, das Familienleben und die berufliche Tätigkeit unter einen Hut zu bringen, wird immer schwieriger", sagt Weißmann und spricht von einem "Wandel der Familienentwicklung". 83 Prozent der Mütter seien erwerbstätig und darüberhinaus in den meisten Fällen die Hauptverantwortlichen für Haushalt und Organisation der Familie. "Das belastet und kann krank machen."
Deswegen bietet die Caritas in Regensburg eine Beratung an, die sich speziell an Mütter richtet, aber auch an Väter oder pflegende Angehörige, die das Familienleben erschöpft. Die Betroffenen kämen mit den unterschiedlichsten gesundheitlichen Problemen in die Beratungsstelle, wie andauernde Erschöpfung, Schlafstörungen, Kopf- oder Rückenschmerzen. "Sie brauchen dann Unterstützung und Begleitung von unseren Fachkräften", sagt Weißmann. "Wenn Eltern rechtzeitig das Gesundheitsrisiko erkennen, ist die Chance sehr hoch, den Alltag wieder entspannter zu gestalten."
Brigitte Weißmann, Leiterin des Referats Soziale Beratung bei der Caritas und Geschäftsführerin der KAG für Müttergenesung, setzt sich in Regensburg und Region für die Belange von Müttern ein. Burcom/ Schophoff
Ein Team aus Sozialpädagogen klärt, welche Hilfen es gibt und welche zur jeweiligen Lebenssituation passen. Oftmals können die Experten Vorsorge- oder Rehamaßnahmen empfehlen und vermitteln, bekannt als "Mutter-Kind-Kuren", erstattet vom Krankenversicherungsträger, insofern ein ärztliches Attest vorliegt. Die Mütter werden dabei auf die Vorsorgemaßnahme vorbereitet, sie bekommen Unterstützung bei der Antragstellung und bei der Auswahl der richtigen Klinik. Die Ziele einer solchen Kur lassen sich in wenigen Worten zusammen: "Gesund werden, Kraft schöpfen und Mut für die Zukunft fassen."
Dass dies gelingt, erfährt, wer die Klientinnen nach ihren Erfahrungen befragt. Da sagt eine: "Vor der Kur habe ich meine alltäglichen Probleme kaum gelöst. Dank des Stressmanagements während der Maßnahme kann ich jetzt auch mit schwierigen Situationen umgehen und auf meine Gesundheit achten." Und eine andere erklärt: "Dank der Unterstützung meiner Beraterin habe ich mein Grundproblem verstanden und konnte mich fleißig auf die Kur vorbereiten. Die Kur war für mich und meine Kinder ein großer Erfolg."
Nach der Kur begleitet das Caritasteam die Mütter erneut. Sie kommen zur Nachsorge in die Beratungsstelle und dort schließt sich die therapeutische Kette. "Ziel der Nachsorge ist es, den Gesundheitserfolg zu stabilisieren, erlernte Methoden sowie den Prozess der Selbstverwirklichung weiterzuführen. Dazu gehört auch, persönliche Grenzen zu erkennen und akzeptieren zu lernen", sagt Weißmann. Zudem vermitteln die Experten in weiterführende Angebote, wie Erziehungs- oder Suchtberatung, Meditations- oder Sportkurse.
Und was motiviert Brigitte Weißmann und ihr Team? "Ich freue mich, dass wir durch unsere Beratungstätigkeit Frauen ganz konkret unterstützen können. Wir zeigen uns mit anderen Frauen solidarisch", sagt die Diplom-Sozialpädagogin. "Wir entlasten ihre Lebenssituation, verbessern ihre Lebensbedingungen, und schaffen so neue Perspektiven für sie und ihre Familien." Weißmann erinnert sich bei ihrer täglichen Arbeit zudem gerne an ein Zitat von Elly Heuss-Knapp, der Gründerin des Müttergenesungswerks: "Für Kinder wird viel getan, aber niemand fragt, wie die Mütter es schaffen. Sie sind die Seele der Familie." Sie zu stärken, sagt Weißmann, sei ein wertvoller Auftrag, für den es sich lohnt, sich jeden Tag aufs Neue einzusetzen.
Zusatzinfo: Beratung für Mütter, Väter und pflegende Angehörige bei der Caritas Regensburg
Familie vor dem Kollaps? Nicht mit der Caritas und der Katholischen Arbeitsgemeinschaft (KAG) für Müttergenesung in Regensburg. Das Büro der Beratungsstelle liegt in der Von-der-Tann-Straße 7, Referat Soziale Beratung. Termine werden telefonisch vereinbart, unter der Telefonnummer (0941) 50 21 127, oder per E-Mail an soziale_Beratung@caritas-regensburg.de. Das Beraterteam vermittelt Vorsorge- und Rehamaßnahmen sowie weiterführende Hilfen für Mütter, Väter und pflegende Angehörige. Die Beratung ist kostenfrei und anonym und erfolgt unabhängig von Konfession und Nationalität.