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Stand: 22.05.2018

Zeitreise

Rock’n’Roll im Altenheim

Rock´n´Roll im AltenheimRock’n’Roll- und Schlagerparty im Caritas Alten- und Pflegeheim St. Martin in Neustadt an der Waldnaab. Foto: Schönberger/Oberpfalzmedien

Ein Tanzschritt hier, ein Tanzschritt dort, dazu ein sanfter Hüftschwung gegen das Vergessen: Die Bewohner des Caritas Alten- und Pflegeheims St. Martin in Neustadt a. d. Waldnaab feierten kürzlich eine Rock’n’Roll-Party und erlebten damit eine Reise zurück in die eigene Jugend. Mit dabei waren Elvis Presleys Jailhouse Rock, Udo Jürgens’ 17 Jahr, blondes Haar, Leckereien vom Retro-Büffet, zig Schallplatten, Luftschlangen und eine Zündapp, ein Kultmotorrad aus den 1950er-Jahren. "Es war genial", sagt die Heimleiterin Stefanie Schricker.

Die drei Auszubildenden Sophia Schreffl, Maximilian Pecher und Elisabeth Zahner haben die Tanzparty hauptverantwortlich organisiert. "Wir feiern selbst gerne und früher wurde auch schon gefeiert. Warum nicht mal eine Party im Altenheim?", sagt Zahner. Die Abiturientin und Ärztetochter ist im dritten Lehrjahr ihrer Ausbildung. "Mir gefällt es so gut wie am ersten Tag!" Die Pflege von Demenzkranken ist für sie eine besondere Herzensangelegenheit. "Manche halten Demente für verrückt. Ich nicht. Sie sind total lieb und einfach ungeschminkt."

Rock´n´Roll im AltenheimDie Auszubildenden Sophia Schreffl (li.), Maximilian Pecher (re.) und der Altenpfleger Andreas Ernsberger (Mitte) legten Hits der 1950er- und 1960er-Jahre auf. Foto: Schönberger/Oberpfalzmedien

Insbesondere Musik sei ein Mittel die Sinne und die Gefühle von Menschen mit Demenz anzusprechen - und so Erinnerungen wachzurufen. Und natürlich lieben auch Senioren ohne Demenz die Schlager und Rock’n’Roll-Hits ihrer Jugend. Und so kam die Party super an: vierzig Gäste hatten sich angemeldet, sechzig kamen.

Das berührendste Erlebnis spielte sich für Elisabeth Zahner dennoch schon im Vorfeld der Party ab: Sie sortierte mit den beiden anderen Auszubildenden tags zuvor im Speisesaal die Schallplatten und legte einige Hits zur Generalprobe auf. Da ging eine schwerdemente Bewohnerin vorbei, hörte eines der Lieder - und fing an mit ihrer Betreuerin zu tanzen. "Das war das erste kleine Wunder, das unser Fest bewirkt hat." 

 

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